Musikalischer Beitrag zur Sexismus-Debatte

Es gibt Songs, die liegen jahrelang in der Schublade und warten nur auf den einen Moment: in die Zeit zu passen! "Heterosexuelle Manie" ist so ein Lied. An einer Stelle merkt man ihm das Alter an. Aber 1,99 Euro statt zweimarkzehn zu sagen – das mag mein Versmaß nicht. Hier ist er also, der offizielle und augenzwinkernde Beitrag zur Sexismuss-Debatte von skizze BLAU. Das "du" richtet sich selbstredend an meine männlichen Geschlechtsgenossen aus dem Testosteron-Prekariat ;-)

 

Heterosexuelle Manie (Text/Musik: Andreas Haderlein)


Am Bahnhof sah ich eine Frau.

So mit Blickkontakt und Hoffnung auf mehr.

Ein erster Flirt im Warteraum,

Dann am Bahnsteig und im Zug.

Derselbe Wagon zwei Sitze weiter vorn – 

Leider nur im Großraumwagen.

Mit müden Augen, die scharf drauf war'n, 

Den Halbschlaf eines Voyeurs zu versüßen.

 

Dann bricht sie aus deine Männerphantasie.

Sie treibt dich bis zum Größenwahn.

Und wenn du meinst, du hast Erfolg,

Bleibt dir nur das Abziehbild einer heterosexuellen Manie.


Unterwegs im Namen des Eros

Bleibt dir so vieles nicht erspart.

Weder der Blick auf nackte Beine oder so

Noch die nette Frau auf dem Plakat.

Und die letzte Reihe am Zeitungsstand

Bereitet alles andere als Vergnügen.

Weil du dir den Hals verrenkst,

Wenn die Frau am Tresen zu dir sagt: Die Praline kostet zweimarkzehn.

 

Diese Männerphantasie,

Sie treibt dich bis zum Größenwahn.

Und wenn du meinst, du hast Erfolg,

Bleibt dir nur das Abziehbild einer heterosexuellen Manie.

 

Du-bi-du-du. Hormone sind phänomenal.

Du-bi-du-du. Denn Frauen find' ich einfach genial.


Endlich zu Hause – völlig fertig.

Geschafft vom Antlitz dieser Welt.

Der Versuchung widersetzt nehm' ich Platz am Schreibtisch – 

Und küss' das Foto meiner Lebensabschnittspartnerin.


Dann bricht sie aus deine Männerphantasie (...)